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Unterstützung für Arbeitskampf bei der Diakonie Wien

Die Genoss*innen vom Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (WAS-IAA) hatten für den 20.05.2026 zu einem internationalen Aktionstag bei der Diakonie aufgerufen. Mit Protesten bei Niederlassungen des Sozialwerks der Evangelischen Kirche soll Druck aufgebaut werden, um den Arbeitskampf in der österreichischen Hauptstadt zu unterstützen (https://wiensyndikat.wordpress.com/2026/05/10/diakonie-kundgebungen-osterreichweit-und-international-am-20-mai-2026/).

Das WAS hatte bereits im März vor der Zentrale der „Diakonie Eine Welt“ in Wien einen Protest veranstaltet und danach den Konflikt mit dem kirchlichen Unternehmen mit einer Kundgebung vor der evangelischen Pauluskirche anlässlich des Karfreitagsgottesdienstes der Bischöfin Anfang April fortgeführt (https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/post/2026/04/04/wien-gewerkschaftsproteste-gegen-kuendigung-bei-diakonie/).

Um die Verantwortlichen endlich zum Einlenken zu bewegen, wurde nun zu Gewerkschaftsprotesten in mehreren Ländern aufgerufen, weshalb sich das Anarcho-Syndikalistische Netzwerk mit dezentralen Aktionen beteiligt hat.

In Ravensburg hat das ASN Oberschwaben lautstark beim „Haus der Evangelischen Kirche“ gegen die Entlassung der Wiener Genossin protestiert. Es wurden zahlreiche Flugblätter verteilt, auch an Kirchen-Mitarbeiter*innen. Die Meisten interessierten sich für den Konflikt und wünschten sich sogar, dass er gewonnen wird. Sogar ein Vertreter der Diakonie kam herunter auf die Straße für ein Gespräch über den Arbeitskampf.

Das ASN Köln hat an mehreren Standorten Aktionen gemacht: Bei der Diakonie-Zentrale in der Südtadt, sowie im Stadtteil Mülheim wurden Flugblätter verteilt und an kirchlichen Einrichtungen aufgehängt. Beim „fairstore“, einem Second-Hand-Laden der Diakonie (Inklusionsbetrieb ), wurde der Text ebenfalls veteilt. Die Leute dort waren sehr nett, haben sich bedankt und wollten ein paar zusätzliche Flugblätter haben, von denen auch welche am Gemeindehaus in den Briefkasten geworfen und schön sichtbar aufgehangen wurden.

In Köln-Rodenkirchen schließlich gab es eine kleine ASN-Solidaritätsaktion vor der Diakonie Michaelshoven und Dutzende Flugblätter wurden an Firmenfahrzeugen unter die Scheibenwischer geklemmt, aber auch für Passant*innen lesbar aufgehängt.

Hier der Text des Flugblatts, das wir in Köln und Regensburg verteilt haben:

Widerstand gegen die Arbeitsbedingungen bei der Diakonie in Wien

Solidarität mit der österreichischen Sektion der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation

Wir sind empört über die Arbeitsbedingungen bei der Diakonie in Österreich und solidarisieren uns mit unserer Schwestergewerkschaft Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (WAS-IAA).

Eines der Gewerkschaftsmitglieder arbeitet bei der Diakonie, der Wohlfahrtsorganisation der Evangelischen Kirche. Im Rahmen von Kürzungen öffentlicher Gelder werden derzeit viele Kolleg*innen bei der Diakonie und anderen Einrichtungen gekündigt und Beratungsstellen geschlossen.

Als eine ihrer Kolleginnen gekündigt worden ist, hat die Genossin versucht, sich für diese einzusetzen. Daraufhin ist ihr angekündigt worden, dass auch sie – wegen ihres solidarischen Verhaltens – gekündigt werden wird. Die Kündigung folgte dann aber erst einmal nicht.


Die Genossin hat später öffentlich verkündet, dass sie sich weiter für ihre Kolleg*innen einsetzen wird. Daraufhin ist sie dann am gleichen Tag doch gekündigt worden. Sie hat mit Unterstützung des WAS Klagen beim Gericht gegen die Kündigung einreicht.

Da die Diakonie jegliche Kommunikation mit der Gewerkschaft verweigert und nicht zu einer außergerichtlichen Lösung bereit ist, hat es in Wien bis jetzt drei Gewerkschaftskundgebungen gegeben – vor Diakonie-Zentralen und am Karfreitag bei der Bischöfin.

Als ob das alles nicht schon genug wäre, hat die Genossin später dann noch, nachdem sie Kundgebungsflyer mit auf die Arbeit gebracht hat, eine offizielle schriftliche Verwarnung bekommen – die allerdings rechtlich nicht haltbar ist.

Wir wollen, dass die Diakonie in Wien ihrer sozialen Verantwortung gerecht wird und der Genossin endlich eine außergerichtliche Lösung anbietet. Außerdem soll die Diakonie die Verwarnung zurückziehen.

Deswegen stehen wir hier heute zur gleichen Zeit vor vielen unterschiedlichen Diakonie-Zentralen (oder ähnlichen Einrichtungen) auf der ganzen Welt und protestieren gegen diese Arbeitsbedingungen bei der Diakonie in Wien!

Mehr Informationen sind auf der Seite der Gewerkschaft Wiener Arbeiter*innen-Syndikat: https://wiensyndikat.wordpress.com

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN-IAA

https://asniaa.noblogs.org

Creative Commons: BY-NC

Berlin: Solidarität mit dem Arbeitskampf bei All3 in Serbien

In Koordination mit den Genoss*innen in Serbien haben wir uns am 12.12.2025 an einem internationalen Aktionstag bei All3 beteiligt und in Berlin-Wilmersdorf gegen das Mobbing und die Entlassung von Vladislav Surin protestiert. Die Anarcho-Syndikalistische Initiative (serbische Sektion der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation), unterstützt seinen Arbeitskampf gegen diskriminierende Arbeitsbedingungen und ungerechtfertigte Entlassung. Sie hatte zu der Unterstützungsaktion aufgerufen.

Da die Baufirma mit Sitz in London durch die All3 Construction Germany GmbH auch in Berlin ansässig ist, haben wir dort in der Fasanenstr. 46 versucht unseren Protestbrief gegen die unfaire Behandlung des Mitarbeiters an das Unternehmen zu übergeben.

Da aber niemand von All3 anwesend war, haben wir in dem gemeinsamen Sekretariatsbüro das Schreiben abgegeben. Die Empfangsmitarbeiterin hat uns zugesagt, den Protestbrief per Fax den Geschäftsführer Wulf von Borzyskowski zukommen zu lassen.

Außerdem haben wir noch Flugblätter in den Briefkasten geworfen und ein Solidaritätsfoto vor dem Firmensitz in dem bürgerlichen Wohnhaus im Fasanenkiez gemacht. Hier der Text unseres Flugblatts:

All3:_Stoppt die Kündigung von Vladislav Surin!

Der in Belgrad lebende migrantische Arbeiter ist dort für die Baufirma All3 tätig. Nachdem mehrfach gegen seine Arbeitsrechte verstoßen wurde, wandte sich Vladislav an die Anarcho-Syndikalistische Initiative (ASI), der serbischen Sektion der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), die seinen Arbeitskampf unterstützt.

Als ein Opfer von Mobbing und absichtlicher Arbeitsüberlastung, sowie mehreren Kündigungsversuchen kann er auf die Unterstützung von internationalen Basisgewerkschafter*innen zählen. Da das Londoner Unternehmen durch die All3 Construction Germany GmbH auch in Berlin ansässig ist, fordern wir hier nun Ort von dem Baukonzern:

Wiedereinstellung jetzt!

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk (ASN-IAA)

Aktionswoche gegen Lohnraub

Gemeinsam gegen unbezahlte Löhne:

Wenn du keinen Urlaub nehmen darfst…
Wenn du unbezahlte Überstunden leisten musst…
Wenn du bei Krankheit keinen Lohn erhältst…
Wenn du zu wenige Stunden bekommst…
Wenn du für gleiche Arbeit ungleich bezahlt wirst…
Wenn du beim Gehalt diskriminiert wirst…
Wenn dir ohne Arbeitsvertrag kein Arbeitslosengeld zusteht…
Wenn du nicht sozialversichert wirst…

DANN IST DAS LOHNRAUB!


Was tun, wenn dein Gehalt nicht ausgezahlt wird?

Wir informieren über das weit verbreitete Problem der nicht-ausgezahlten Löhne und vorenthaltenen Sozialleistungen. Auch unbezahlte Überstunden, nicht-gewährter Urlaubsanspruch, diskriminierende Unterbezahlung oder die Unterschlagung von Sozialabgaben gehören dazu. Ebenso wie alle Formen von Zwangsarbeit oder moderner Sklaverei, beispielsweise in Gefängnissen oder beim Menschenhandel.

Kämpfen wir selbstorganisiert
gegen Ausbeutung, Ungleichheit und Unterdrückung!

Weg mit Zwangsarbeit und moderner Sklaverei!

Das Anarcho-Syndikalistische Netzwerk beteiligt sich an der „Aktionswoche gegen unbezahlte Löhne“ der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), die dieses Jahr vom 13.-19-10.2025 stattfindet.

Creative Commons: BY-NC